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Streik der Fachoberschulen am 7. Mai: stoppen wir eine Reform, die Stunden kürzt und Zukunft stiehlt

05.05.2026

Die GBW FLC AGB CGIL fordert die Rücknahme oder den Aufschub der Reform auf staatlicher Ebene. Wir streiken gegen die Verminderung der Unterrichtsqualität und den Personalabbau

Mit der Ausrufung des Streiks des Lehr- und Führungspersonals der Fachoberschulen fordert die GBW FLC AGB CGIL die Rücknahme und, untergeordnet, den Aufschub der Umsetzung der Reform der Fachoberschulen.

Zahlreich und schwerwiegend sind die von den betroffenen Schulen gemeldeten Probleme hinsichtlich der Kürzung zahlreicher allgemeinbildender sowie berufsspezifischer Fächer, mit gravierenden Auswirkungen auf die Qualität des Unterrichts und auf die Arbeit des Lehrpersonals, die mit dem Abbau von Arbeitsplätzen für Lehr-und Schulpersonal einhergehen.

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• Lehrkräfte an Fachoberschulen

• Schulführungskräfte von Oberschulen mit technischen Fachrichtungen

• Lehrkräfte an höheren Bildungsinstituten (IISS), die eine technische Fachrichtung anbieten

• Lehrkräfte, deren Stundenplan sich auf eine Fachoberschule und andere Schultypen verteilt.

Die Beteiligung am Streik betrifft den gesamten Arbeitstag und führt zu einem entsprechenden Gehaltsabzug.

Hier die Informationen zum Streikrecht.

Von der Pädagogik zu den Anforderungen der Unternehmen

Für die Fachoberschulen wird ein Reformmodell vorgeschlagen, das durch die Überarbeitung der Lehrpläne – die den lokalen Unternehmen untergeordnet sind und die Allgemeinbildung stark vernachlässigen– einen schwerwiegenden Angriff auf den rechtlichen/nationalen Wert des Oberschulabschlusses darstellt. Die GBW FLC AGB CGIL hat sich stets gegen eine Reform gestellt, die erhebliche Eingriffe in den Lehrplan, die Stundenanzahl, sowie auf das Bildungs- und Berufsprofil vorsieht und gleichzeitig verschiedene wichtige Kritikpunkte mit sich bringt, angefangen bei der vorgesehenen Flexibilität und Autonomie der Schulen, mit dem Ziel, Kompetenzen einzuführen, die den Ausbildungsbedürfnissen der lokalen Unternehmen entsprechen.

Welche Fächer sind von der Reform am stärksten betroffen?

Zu den am stärksten betroffenen Fächern im Bereich Wirtschaft gehören unter anderem Geografie (Wettbewerbsklasse A-21) und Fremdsprachen (A-22).

Im technologischen Bereich hingegen verlieren unter anderem die experimentellen Wissenschaften mit einer Kürzung um 231 Stunden (Wettbewerbsklassen A-20, A-34, A-50) sowie Technologie und grafische Darstellungstechniken (Wettbewerbsklasse A-37) an Stunden, die praktisch halbiert werden.

In beiden Bereichen (Wirtschaft und Technik) verlieren auch die technischen Fächer sowie die charakteristischen und berufsspezifischen Fächer wie Recht, Volkswirtschaftslehre (Wettbewerbsklasse A-46), Betriebswirtschaftslehre (A-45), Mathematik (Wettbewerbsklasse A-26) und verschiedene andere Stunden.

Fehlende Daten, angekündigte Kürzungen und Maßnahmen: die unzureichenden Antworten des Ministeriums

Im Rahmen der im Schlichtungsverfahren vorgesehenen Treffen hat die GBW FLC AGB CGIL vom Bildungsministerium einige Daten angefordert:

• Anzahl der in die ersten Klassen eingeschriebenen Schüler:innen sowie Kriterien für die Klassenbildung an Fachoberschulen (einschließlich derjenigen im Bereich der technologischen Berufsschulen)

• Prognose zu den Stellenverlierern im Zweijahreszeitraum

• Prognose für den gesamten Fünfjahreszeitraum zu Wettbewerbsklassen, die am stärksten von den Personalabbau-Maßnahmen betroffen sind

• etwaige Vorschläge zu den kritischen Punkten, die vom Obersten Rat für das öffentliche Bildungswesen (CSPI) in der Plenarsitzung vom 10. April 2026 festgestellt wurden.

Das Bildungsministerium antwortete, dass die Prognosen nicht für den Fünfjahreszeitraum erstellt worden seien, sondern ausschließlich für das erste Jahr der Einführung der Reform, weshalb die Anwendung des Ministerialrundschreibens Nr. 1397 vom 19. März 2026 die aufgezeigten Probleme nur für das Schuljahr 2026/2027 teilweise lösen würde.

Die öffentliche Verwaltung hat zudem versichert, dass für die von den Kürzungen betroffenen Wettbewerbsklassen neben der Nutzung der Autonomiequoten der Schulen auch Ausgleichs- und Einholmechanismen eingeführt werden.

Es wurden also einige Ergebnisse erzielt, doch können wir uns damit nicht zufriedengeben, da die festgelegten Maßnahmen keine endgültige Lösung darstellen und, da sie auf das erste Jahr beschränkt sind, keinerlei Auswirkungen auf die folgenden Jahre haben.

Die Reform muss gestoppt werden

In den letzten Stunden ist die Besorgnis über die Streichung von Unterrichtsstunden in verschiedenen Fächern sprunghaft angestiegen; dies berichten auch die Lehrpersonen zusammen mit den Schulführungskräften in Gewerkschaftsversammlungen, in Briefen und in Mitteilungen der EGV.

Wir bekräftigen daher die Notwendigkeit, die Reform der Fachoberschulen zurückzuziehen oder zumindest zu verschieben und gleichzeitig eine Phase der Reflexion über eine umfassende Neuordnung der technischen Ausbildung einzuleiten.

Es ist daher unerlässlich, die Mobilisierung gegen diese unnötige und schädliche Reform der Fachoberschulen mit dem Streik am 7. Mai fortzusetzen.